Startseite
    Joanna ist ...
    Woolly_thoughts
    Briefe 21-30
    Briefe 11-20
    Briefe 01-10
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   28.11.15 18:26
    ...so geht es mir auch ö
   29.11.15 21:00
    Viele Dank für deine lie
   6.12.15 21:32
    Hallo! Über den Begriff

http://myblog.de/joannas-dead-letters

Gratis bloggen bei
myblog.de





Brief_20 Ein überraschendes Telefonat

29.11.2015 19:48

 

Huhu Michael,

 

heute beschloss ich spontan, deiner Mama eine Nachricht zu schicken. Ich hatte vor dir keine richtigen Beziehungen, wie du weißt, folglich habe ich nach einer Trennung auch noch nie die Familie des anderen "verloren". Ich wusste nicht, ob es okay ist, dachte dann aber, deine Mutter würde das schon für sich selbst entscheiden.

Hallo liebe Martina! Falls du findest, dass es unangebracht ist, antworte einfach nicht, ich wär dir nicht böse. Ich will eigentlich nur fragen, wie es euch geht. Es ist seltsam für mich, nichts mehr von euch zu hören. Immerhin war es doch schon … familiär … und plötzlich ist da nichts mehr. Ich möchte nur, dass du weißt, dass es mir nicht egal ist, wie es euch geht& dass ich euch nicht "vergessen" habe. Ich würde mich jedenfalls freuen, von dir zu hören. Schönen ersten Advent … Joanna

Schon wenige Minuten später erhielt ich eine Antwort:

Hallo Joanna, ich finde es überhaupt nicht unangebracht, ich freu mich, von dir zu hören! Ich bin nur nicht die große Schreiberin. Kann ich mich später telefonisch bei dir melden? Dickes Bussi, Martina

Ich war platt. Und nervös! Was sollte ich ihr sagen? Was wusste sie? Was nicht? Was durfte ich ihr erzählen? Wollte sie überhaupt irgendetwas hören? Mama und Sam waren begeistert. Denen hatte ich natürlich gleich einen Screenshot geschickt. Als mich deine Mutter fast drei Stunden später anrief, war mir schon ganz übel vor Aufregung. Immerhin würde ich heute vielleicht endlich erfahren, wie es dir ging und wie du über all die Dinge zwischen uns denkst. Wir hielten uns nicht lange mit Small Talk auf und redeten 40 Minuten fast ausschließlich über dich. Scheinbar hast du ihr den selben Müll erzählt, wir mir schon so viele, viele Male: Dass du doch nur willst, dass ich glücklich bin. Und dies funktioniere eben nur, wenn ich mir jemand Besseren suche, der eine Familie mit mir gründen will.

Wenn du's bloß nicht ernst meinen würdest …

Sie erzählte mir, dass du dich dieses Wochenende abgeschottet hast und nicht mit ins Burgenland gefahren bist. Was machst du nur wieder? Außerdem hast du angeblich zu ihr gesagt, ich hätte mich nicht mehr bei dir gemeldet. Dabei erinnere ich mich sehr gut an den Tag, eine Woche nach unserer Trennung, als ich dich fragte, wie es dir geht und ob wir uns sehen können. Ich habe den Ausdruck "Bipolare Störung" beim Telefonat nicht ausgesprochen, da ich mir nicht sicher war, wie viel deine Mutter weiß. Sie sagte immer wieder: "Es geht einfach nicht in seinen Kopf hinein. Ich weiß nicht, woran es liegt und glaube mir, ich denke viel über all das nach." Also dachte ich, sie weiß über dein kleines, grünes Alien vielleicht gar nicht Bescheid. Ich sagte ihr, dass es auch deswegen schwer für mich ist, weil abgesehen von mir, nie jemand etwas zu dir sagt. Ich bin die Einzige, die sich traut, dich zu kritisieren, die sagt "Komm, wir machen das jetzt, wir schaffen das.", die sagt: "Lass uns doch das oder jenes versuchen." Alle fassen dich mit Samthandschuhen an, obwohl das längst nicht mehr nötig wäre. Du bist schon seit Monaten stark genug, um dich mit gewissen Themen auseinander zu setzen, doch außer mir fordert das niemand ein. Daraufhin meinte deine Mutter, dass sie das noch nie so gesehen hat, es aber völlig richtig ist. Sie sagte mir, dass sie nächste Woche mit dir sprechen wird. "Mehr als dass er sagt, dass er darüber nicht reden will oder dass es mich nichts angeht, kann mir ja nicht passieren." Das hoffe ich sehr! Natürlich wünsche ich mir sehnlichst, dass dir endlich mal jemand anderes außer mir ins Gesicht sagt, dass du nicht immer alles wegschieben kannst, aber ich möchte auf keinen Fall einen Keil zwischen dich und deine Mutter treiben! Das ist das Letzte, das ich will, denn ich weiß, wie wichtig sie dir ist. Nicht erst, seit sie dir in der schwierigsten Zeit deines kleinen Aliens zur Seite gestanden hat.

Was mich zu allem anderen, das wir besprochen haben, sehr irritiert hat, war, dass sie erwähnte, du hättest ihr vorhin das Auto zurück gebracht. Du hast dir das Auto immer nur geliehen, wenn du zu mir gefahren bist. Dein Freund wohnt 2 U- Bahn Stationen von dir entfernt, also wo warst du bloß? Ich hoffe sehr, du machst es nicht schon wieder wie bei der letzten Trennung und triffst dich mit irgendwelchen Frauen, um nicht über mich nachdenken zu müssen. Völlig egal, ob du nur mit denen plauderst. Allein die Vorstellung, dass du schon wieder etwas unternimmst, um mich vergessen zu können, ist schrecklich. Möglicherweise werde ich es auch nie erfahren …

Ich bin jedenfalls gespannt, ob ich irgendwann etwas von dir höre. Zur Zeit bin ich nicht bereit, mich nochmal bei dir zu melden. Du kennst die Lage. Und wenn deine Mama nächste Woche tatsächlich mit dir redet, kennst du sie noch besser.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …

Ach ja, noch etwas: Habe heute mit Kapitel 3 meines Buches begonnen. War gerade bei unserer ersten Sex- Szene, da schrieb mir deine Mutter, dass sie mich anrufen möchte. Den Teil hab ich mir also für's nächste Mal aufgehoben

 

29.11.15 20:52
 
Letzte Einträge: Brief_25 Albträume …, Brief_26 Still at the waiting area …, Brief_27 Bombastische Shoppinglaune, Brief_28 Viel Spaß wünsch ich!, Brief_29 Ein herber Rückschlag


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung