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Brief_02 Eine Nachricht und ein Traum

13.11.2015, 18:30

 

Hey,

 

das heute hat mich wieder auf den Boden der Realität zurück geholt. Eigentlich war ja für heute ein Tagdienst geplant, also bis 19 Uhr. Da wir heute aber 10 Leute entlassen haben und der Patientenstand sonst auch okay war, konnte ich früher gehen. Spontan hab ich beschlossen, direkt nach der Arbeit ins Donauzentrum zu fahren wegen dem Handyproblem. Da Alice heute ohnehin Kurzdienst hatte und wir beide somit gleichzeitig nach Hause gingen, war sie so nett und hat mich hingeführt. Wollte eigentlich irgendwo auf dem Weg zu ihr in die U- Bahn steigen, aber sie hat mich direkt hingebracht. Ich ging fix davon aus, dass sie bereits über uns beide Bescheid weiß, also war ich ein bisschen überrascht, als sie nach dem Mittagessen beim Rauchen gefragt hat, wie es zwischen uns läuft. Dass du ausgezogen bist, wusste sie. Aber sonst nichts. Also haben wir ein bisschen über dich und mich geredet und wie es eben lief bei unseren letzten drei Treffen seit deinem Auszug. Ich hab ihr auch erzählt, dass ich noch immer keinen Weg eingeschlagen hab. Irgendwann meinte sie: "Frag ihn doch einfach, wie es ihm geht. Da ist doch nichts dabei." Und ich dachte: "Stimmt eigentlich." Also hab ich beschlossen, dich heute anzurufen. Und als es dann zwei Stunden später hieß, ich könne früher nach Hause gehen und ich das gleich nutzen wollte, um nach Wien zu fahren, meinte Alice: "Hey, dann könnt ihr euch doch auch gleich treffen und quatschen." Und ich dachte: "Stimmt eigentlich." Also hab ich kurz vorm Gehen in meiner Geldbörse nach dem kleinen, karierten Zettelchen gesucht, auf das du mir mal deine Nummer geschrieben hast und dich wieder eingespeichert. Und dir geschrieben. Ich hatte vermutet, dass du heute ins Burgenland fährst. Schade. Wobei ich es nach deinen restlichen Antworten nicht mehr so schade fand. Gott, es ist einfach so traurig, wie sehr du schon wieder in deine alten Muster verfallen bist. Nach nur einer Woche … "führe wieder mein zurückgezogenes, einsames Leben, aber ich hab es mir ja so ausgesucht … also ja, es geht mir 'gut'" Und wie überzeugt du davon bist, dass es mir auch bald super geht … "ja, bestimmt. ich weiß nicht viel, aber das ganz bestimmt …" Darauf fiel mir nichts mehr ein. Auch wenn du "ja, sehr gerne" mit 4 Rufzeichen geschrieben hast, als ich davor vorgeschlagen hab, wir könnten es ja auf ein anderes Mal verschieben. Was sollte das? Ich hab deine Nummer wieder gelöscht. Und die Nachrichten hab ich auch nicht mehr, da ich ja jetzt ein Leihhandy hab. Da ist gar nix drauf außer den Kontakten und ein paar Fotos, die ich auf der Speicherkarte gesichert hatte. Der Typ, der mein Handy eingeschickt hat, meinte übrigens, dass diese Speicherkarte vielleicht sogar die Ursache des Flackerns ist. Dann hab ich nachgedacht. Wir haben die Karte gekauft, ich hab sie dann aber ewig lang nicht reingetan. Erst auf der Autofahrt Richtung Burgenland, bevor wir dann nach Katschberg in Urlaub gefahren sind. Und ich weiß ganz sicher, dass dir das Flackern das erste Mal im Burgenland aufgefallen ist. Am Abend, als wir schon im Bett lagen. Vielleicht war das also der selbe Tag. Ist ja aber auch egal eigentlich.

Ich soll mich auf mich selbst konzentrieren, hat die Kathi gesagt. Also hab ich mich ein bisschen in die Zigaretten- Etui Geschichte gestürzt. Ich will, dass wir die so richtig im Internet verkaufen mit eigener Homepage und allem. Aber das ist genauso kotzig wie mit dem Texten. Man will, aber überall gibt’s Kleingedrucktes. Man kann nicht einfach etwas Selbstgemachtes verkaufen. Man braucht einen Gewerbeschein und dann muss man es dem Finanzamt melden und dann darf man nur einen gewissen Betrag einnehmen, sonst zahlt man mehr Steuer, als man Einnahmen hat … Es gibt ja diese super Seite im Internet, auf der nur Selbstgemachtes vertrieben wird. Aber selbst da gibt’s 8 Mrd. Zeilen voll rechtlicher Bedingungen. Wieso kann die Mama nicht einfach diese tollen Taschen häkeln und sie verkaufen? Wieso werden einem immer solche Steine in den Weg gelegt? Ich WEISS einfach, dass die sich verkaufen würden! Ich hab schon ein Logo entworfen und hab ganz viele Ideen für die Homepage und Visitenkarten … aber da muss man wohl erst einen Haufen Zeit und Geld investieren, dass man für seine Mühen belohnt wird. Dabei würde es der Mama so gut tun … Zumindest hat sie jetzt wieder ein bisschen Biss entwickelt und arbeitet an neuen Etuis. Aktuell bearbeitet sie eine Weihnachts- Edition. Ein Etui sieht aus wie ein Santa Claus' Gesicht und das andere ist eine Weihnachtsmütze. Sie sind wirklich süß! Bei Gelegenheit frag ich die Marina, ob sie sich die Vertragsbedingungen auf dawanda nochmal durchliest. Ich check das ja alles nicht. Für mich steht da nur: "Schön für dich. Aber kündige erst mal deinen Job, setz dich dann tausend Stunden hin, rechne alles tausend Mal durch und zahl tausende Euros, falls du es wirklich versuchen willst. Aber am Ende verlierst du sowieso."

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Ja, ich weiß, das klingt alles sehr theatralisch, aber ich würd so gern irgendwas tun und ich kann nicht. Man muss immer nur Geduld haben und warten und warten und warten … Und ich will einfach nur weg. Was Neues machen, Neues sehen. Und das Alte hinter mir lassen.

Ich bin furchtbar. Ich jammere­ so viel herum, während andere Leute richtige Probleme haben. Zu denen das Schicksal WIRKLICH ungerecht ist. Diese Woche sind 2 unserer Patienten verstorben. Eine Frau und ein Mann. Die Tochter der Patientin hat erst vor einem Monat ihren Schwiegervater verloren. Und der Patient, der gestorben ist, war voller Metastasen. Bei dem ging es sehr schnell. Und heute habe ich erfahren, dass freaky Jasmin (die mit dem 60jährigen zusammen ist) letzte Woche ihr Kind verloren hat. DAS sind Probleme. Und ICH geh zur Psychotherapie. Und fühl mich ganz arm. Wo ist da die Relation?

Du weißt, ich bin prinzipiell ein sehr dankbarer Mensch und weiß die Dinge zu schätzen. Aber wenn's mir nicht gut geht, dann zieh ich alles in den Dreck. Das ist nicht okay. Aber weißt du- für meine neue Bettdecke bin ich dankbar. Sie wärmt mich nachts und hat nur 19,99€ gekostet. Und sie riecht nicht nach dir.

Kit und Fay streiten momentan schon wieder so viel, das macht mich wahnsinnig! Ich hasse es, sie anzubrüllen, aber manchmal hab ich echt Angst, dass sie sich gegenseitig killen. Und dann liegen sie wieder beieinander und waschen sich die Köpfe …

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Weißt du, was für mich das wirklich einzig Positive an unserer Trennung ist? Dass ich jetzt wieder jede Jeans tragen kann, ohne dass es irgendwo einschnürt oder ich mich eingezwängt fühl. Auch die T- Shirts fallen wieder schöner. Mein Bauch ist flach wie ein Brett. Ich hoffe allerdings, die Brüste werden nicht noch weniger. Wobei … wen interessiert´s eigentlich?

Wir haben jetzt schon über drei Wochen keinen Sex mehr. Da fällt mir ein, dass ich vorgestern einen ziemlich argen Traum hatte. Krank und furchtbar. Und ich frage mich, warum sich meine Träume immer derart realistisch anfühlen müssen. Jedes Mal, wenn ich aufwache, fühlt es sich an, als wäre es wirklich passiert. In der Nacht bevor ich diesen widerlichen Traum hatte, hab ich geträumt, Fay wär gestorben. Ich hab so viel geweint …  Und was mir der letzte Albtraum sagen wollte, weiß ich nicht. Du warst dabei und wir waren ein Paar. Irgendwas hatten wir angestellt. Du, deine Eltern und ich. Ich glaube, es hatte etwas mit Geld zu tun. Also mussten wir fliehen. Aber davor wollten wir noch ein paar Sachen aus deinem Elternhaus (irgendwo mitten in den Bergen) holen. Nur das Allerwichtigste für einen Haushalt. Deine Mutter hat ganz schnell Sachen in eine Schachtel getan- etwas zu essen, Gewand. Ich weiß noch, dass ich mit Bewunderung festgestellt habe, dass sie auch an einen Küchenschwamm gedacht hat. Braucht man ja auch, wenn man irgendwo neu anfängt … Dein Vater sah aus wie Michael Douglas. Aber in seinen bösen Rollen. Er war furchteinflößend. Irgendwann waren er und ich plötzlich alleine in einem Zimmer, die Tür nur einen Spalt geöffnet. Du und deine Mutter waren draußen. Er war so bedrohlich. Allein, wie er mich angesehen hat … Und dann ging's zur Sache. Ich hab immer wieder an dich gedacht … und ob du es rausfindest. Ich wollte nicht, aber ich wusste, er würde mir wehtun, wenn ich nicht mitmache. Ich war so angewidert von ihm und er hat mich von hinten gefickt. Dann hab ich ihm einen runtergeholt, … überall war Sperma. Es war so widerlich. Und er war so geil auf mich. Mit einem abstoßenden, unheimlichen Augenzwinkern hat er dann irgend sowas gesagt wie "bis zum nächsten Mal …" Und dann sind wir alle geflüchtet. Zu Fuß den Berg hinunter, ab und zu kam uns jemand entgegen, da sind wir dann etwas langsamer gegangen, um keinen Verdacht zu schöpfen. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen. Ich dachte, du wirst mir niemals glauben, dass ich es nicht wollte, wenn du es erfährst. Also hab ich angefangen, zu rennen. Immer schneller und schneller, bis ich irgendwann einen Baum entdeckt hab, auf den man leicht klettern konnte. Ihr habt mich nicht gefunden. Und dann war ich in einer Art Bergdorf. So wie in Griechenland, ohne moderner Technik und alles. Vor einem alten Haus war eine steinerne Treppe und oben saß ein Arzt. Ich weiß nicht, warum ich wusste, dass es einer war. Er trug keine Uniform. Er war mind. 75 Jahre alt, wirkte streng, aber auch so, als ob er ein gutes Herz hätte. Ich ging zu ihm hin und hab gesagt, dass ich Krankenschwester bin. Seit über 10 Jahren. Und dass ich für immer hierbleiben und für ihn arbeiten möchte. Ich weiß noch, dass ich dachte "Ist ja wie im Fernsehen." Ich hab ein Quartier gekriegt und er wollte mich anstellen. Auch ohne meinen Namen nennen zu müssen.

Ich glaub, ich will nie wieder einen Michael Douglas Film sehen …

Soll ich in die Berge ziehen und dort anonym leben? Dort kommt man allerdings schwer an eine Haarkur oder Cafe latte …

Was für mich heraussticht, ist weder die von uns begangene Straftat, noch die Flucht oder die Vergewaltigung. Es ist vielmehr, dass ich selbst im Traum davon überzeugt war, du würdest mir nicht glauben. Vielleicht ist das die Kernaussage: Er wird dir niemals glauben. Eher flüchtest du dich in einem Bergdorf in die Anonymität, bevor Michael glauben kann, dass er nicht schlecht für dich ist, sondern der Mann deines Herzens.

 

So, ich schau mir jetzt noch ein paar Folgen New Girl an. Hab ich dir erzählt, dass Jakob mir schon die 3. Staffel gebracht hat oder war das schon nach unserer Trennung? Der hat heut übrigens nachgefragt, ob alles gut ist, als er in der Früh aus dem Nachtdienst ging. Er weiß es bestimmt. Aber ich hab nix gesagt. Haben dann noch eine zusammen geraucht. Der hat die Lunte schon gerochen, sag ich dir …

 

Morgen um 11 hab ich Englisch Nachhilfe mit Hanna und um 14 Uhr ist die Partylite- Party. Trifft sich eh gut. Bin zur Zeit echt goldbirkensüchtig. Jeden Tag zünd' ich mind. eine an. Die riechen so vertraut.

19.11.15 21:57
 
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