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Brief_20 Ein überraschendes Telefonat

29.11.2015 19:48

 

Huhu Michael,

 

heute beschloss ich spontan, deiner Mama eine Nachricht zu schicken. Ich hatte vor dir keine richtigen Beziehungen, wie du weißt, folglich habe ich nach einer Trennung auch noch nie die Familie des anderen "verloren". Ich wusste nicht, ob es okay ist, dachte dann aber, deine Mutter würde das schon für sich selbst entscheiden.

Hallo liebe Martina! Falls du findest, dass es unangebracht ist, antworte einfach nicht, ich wär dir nicht böse. Ich will eigentlich nur fragen, wie es euch geht. Es ist seltsam für mich, nichts mehr von euch zu hören. Immerhin war es doch schon … familiär … und plötzlich ist da nichts mehr. Ich möchte nur, dass du weißt, dass es mir nicht egal ist, wie es euch geht& dass ich euch nicht "vergessen" habe. Ich würde mich jedenfalls freuen, von dir zu hören. Schönen ersten Advent … Joanna

Schon wenige Minuten später erhielt ich eine Antwort:

Hallo Joanna, ich finde es überhaupt nicht unangebracht, ich freu mich, von dir zu hören! Ich bin nur nicht die große Schreiberin. Kann ich mich später telefonisch bei dir melden? Dickes Bussi, Martina

Ich war platt. Und nervös! Was sollte ich ihr sagen? Was wusste sie? Was nicht? Was durfte ich ihr erzählen? Wollte sie überhaupt irgendetwas hören? Mama und Sam waren begeistert. Denen hatte ich natürlich gleich einen Screenshot geschickt. Als mich deine Mutter fast drei Stunden später anrief, war mir schon ganz übel vor Aufregung. Immerhin würde ich heute vielleicht endlich erfahren, wie es dir ging und wie du über all die Dinge zwischen uns denkst. Wir hielten uns nicht lange mit Small Talk auf und redeten 40 Minuten fast ausschließlich über dich. Scheinbar hast du ihr den selben Müll erzählt, wir mir schon so viele, viele Male: Dass du doch nur willst, dass ich glücklich bin. Und dies funktioniere eben nur, wenn ich mir jemand Besseren suche, der eine Familie mit mir gründen will.

Wenn du's bloß nicht ernst meinen würdest …

Sie erzählte mir, dass du dich dieses Wochenende abgeschottet hast und nicht mit ins Burgenland gefahren bist. Was machst du nur wieder? Außerdem hast du angeblich zu ihr gesagt, ich hätte mich nicht mehr bei dir gemeldet. Dabei erinnere ich mich sehr gut an den Tag, eine Woche nach unserer Trennung, als ich dich fragte, wie es dir geht und ob wir uns sehen können. Ich habe den Ausdruck "Bipolare Störung" beim Telefonat nicht ausgesprochen, da ich mir nicht sicher war, wie viel deine Mutter weiß. Sie sagte immer wieder: "Es geht einfach nicht in seinen Kopf hinein. Ich weiß nicht, woran es liegt und glaube mir, ich denke viel über all das nach." Also dachte ich, sie weiß über dein kleines, grünes Alien vielleicht gar nicht Bescheid. Ich sagte ihr, dass es auch deswegen schwer für mich ist, weil abgesehen von mir, nie jemand etwas zu dir sagt. Ich bin die Einzige, die sich traut, dich zu kritisieren, die sagt "Komm, wir machen das jetzt, wir schaffen das.", die sagt: "Lass uns doch das oder jenes versuchen." Alle fassen dich mit Samthandschuhen an, obwohl das längst nicht mehr nötig wäre. Du bist schon seit Monaten stark genug, um dich mit gewissen Themen auseinander zu setzen, doch außer mir fordert das niemand ein. Daraufhin meinte deine Mutter, dass sie das noch nie so gesehen hat, es aber völlig richtig ist. Sie sagte mir, dass sie nächste Woche mit dir sprechen wird. "Mehr als dass er sagt, dass er darüber nicht reden will oder dass es mich nichts angeht, kann mir ja nicht passieren." Das hoffe ich sehr! Natürlich wünsche ich mir sehnlichst, dass dir endlich mal jemand anderes außer mir ins Gesicht sagt, dass du nicht immer alles wegschieben kannst, aber ich möchte auf keinen Fall einen Keil zwischen dich und deine Mutter treiben! Das ist das Letzte, das ich will, denn ich weiß, wie wichtig sie dir ist. Nicht erst, seit sie dir in der schwierigsten Zeit deines kleinen Aliens zur Seite gestanden hat.

Was mich zu allem anderen, das wir besprochen haben, sehr irritiert hat, war, dass sie erwähnte, du hättest ihr vorhin das Auto zurück gebracht. Du hast dir das Auto immer nur geliehen, wenn du zu mir gefahren bist. Dein Freund wohnt 2 U- Bahn Stationen von dir entfernt, also wo warst du bloß? Ich hoffe sehr, du machst es nicht schon wieder wie bei der letzten Trennung und triffst dich mit irgendwelchen Frauen, um nicht über mich nachdenken zu müssen. Völlig egal, ob du nur mit denen plauderst. Allein die Vorstellung, dass du schon wieder etwas unternimmst, um mich vergessen zu können, ist schrecklich. Möglicherweise werde ich es auch nie erfahren …

Ich bin jedenfalls gespannt, ob ich irgendwann etwas von dir höre. Zur Zeit bin ich nicht bereit, mich nochmal bei dir zu melden. Du kennst die Lage. Und wenn deine Mama nächste Woche tatsächlich mit dir redet, kennst du sie noch besser.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …

Ach ja, noch etwas: Habe heute mit Kapitel 3 meines Buches begonnen. War gerade bei unserer ersten Sex- Szene, da schrieb mir deine Mutter, dass sie mich anrufen möchte. Den Teil hab ich mir also für's nächste Mal aufgehoben

 

29.11.15 20:52


Brief_19 Am Durchdreh'n

28.11.2015 17:21

 

Hey Michael,

 

das erste Kapitel ist fertig. Hab gerade mit dem zweiten angefangen. Es ist seltsam, über uns zu schreiben, als würde ich eine Geschichte erzählen. Ja, es IST eine Geschichte. Aber nichts Fiktives. Alles, was ich schreibe, ist tatsächlich passiert.

Keine Ahnung, ob meine Therapeutin Kathi befürworten würde, was ich da mache. Ich glaube, eher nicht. Im Grunde ist der Versuch, dieses Buch zu schreiben, ein einziges Festklammern an die Vergangenheit. Hauptsache, bei dir hab ich immer gescheit daher geredet: "Wir leben in der Gegenwart! Die Vergangenheit beeinflusst dich zwar, aber sie ist vorbei. Und an die Zukunft zu denken alá 'Aber was ist, wenn?' und 'Es kann doch passieren, dass …', bringt uns nicht weiter. Wir müssen JETZT leben!" Und dann hast du immer gesagt: "Du hast ja recht."

Und was mache ich? Den Alltag verabscheuen und ignorieren. Kit und Fay haben den Küchenvorhang in der Nacht runter gerissen. Glaubst du, ich hätte ihn wieder aufgehängt? Nein. Ich sitze den ganzen Tag herum und schwelge wie eine bescheuerte Kuh in Erinnerungen- Vergangenheit und hoffe, dass alles anders wird- Zukunft. Seit mehr als drei Wochen lebe ich einen Scheißdreck in der Gegenwart. Ich lebe überhaupt nicht.

Das ist doch kein Zustand! Ich bin 30, in der Blüte meines Lebens. Ich bin halbwegs intelligent, witzig, attraktiv und ein guter Mensch. Und alles, was ich mache, ist dazusitzen und mir den Kopf über irgendeinen Scheiß zu zerbrechen, der war oder vielleicht mal sein könnte. Anstatt den Dingen ins Auge zu sehen und zu versuchen, das Leben wieder zu genießen. Oder zumindest mal anzugehen. Ich habe eine Familie und Freunde. Ich führe ein gutes Leben. Und sitze hier und jammere, wozu ich in Anbetracht all dessen, was ich eben geschrieben habe, kein Recht habe!

Wer hätte gedacht, dass es sich SO anfühlt … und SO äußert …?

28.11.15 17:43


Brief_18 Das Buch und düstere Gedanken

28.11.2015 10:49

 

Lieber Michael,

 

Projekt "Kapitel eins" wird in Kürze gestartet. Ich versuch's einfach nochmal. Beim letzten Buch bin ich immerhin bis Kapitel 13 gekommen. Und es waren laaange Kapitel. Noch viel mehr als dieses Buch im Einzelnen, würde ich einfach so gerne mal etwas zu Ende bringen. Wenn's darum geht, etwas für andere zu machen, hab ich kein Problem damit, etwas fertig zu machen. Man sollte (natürlich ohne meinem Wissen) jemanden engagieren, der zu mir kommt und sagt, er braucht unbedingt jemanden, der ein Buch schreibt. Am besten ein Drama. Über zwei junge Menschen, wovon einer an einer Bipolaren Störung leidet und die Beziehung zwischen den beiden dadurch immer wieder zum Scheitern verurteilt scheint. Ja, das wäre perfekt! Somit würde ich es für jemand anderen machen, ich hätte genügend Druck, um immer weiter zu machen und es würde zu einem Abschluss kommen.

Aber ich fürchte, das wird's nicht spielen.

Der Versuch, gestern Abend einzuschlafen, war so, so schrecklich. Ich hatte ziemlich düstere Gedanken. Aus irgendeinem Grund hab ich mir plötzlich vorgestellt, wie deine Mutter mich anruft (als ich gerade im Dienst bin) und mir stammelnd erzählt, dass du dich umgebracht hast. Ich weiß nicht, warum, aber diese Szene spielte sich in meinem Kopf immer wieder ab, jedes Mal leicht abgeändert. Das ging mind. eine Stunde so. Ich hatte dann schon so eine Angst, dass wirklich etwas passiert ist! Aber dann besann ich mich darauf, wie du nach all unseren vorangegangenen Trennungen einfach einen Riegel vorgeschoben und alles verdrängt hast. Wie du aus Selbstschutz meine Bilder abgehängt und einfach so getan hast, als hätte ich nie existiert. Und so wird es diesmal auch sein. Kein Grund zur Panik also.

Genau in diesem Moment spielt es das 1. Weihnachtslied auf Ö3. Oh Mann, fühlt sich das seltsam an. Weihnachten allein.

28.11.15 11:14


Brief_17 Geliebtes Notizbuch ...

27.11.2015 20:53

 

Ach Michael,

 

habe gerade etwas sehr Schönes in dem Notizbuch gefunden, das du mir letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hast.

 image

 

 

Das haben wir heuer im Sommer geschrieben, als wir im Freibad lagen. Zuerst hab ich auf der Seite davor unsere Streitpunkte zusammengefasst ("für NOCH mehr Harmonie". Und dann haben wir gesagt, wir schreiben erst auf, was wir am jeweils anderen gut finden, bevor wir damit anfangen, Lösungen für unsere Streitpunkte/ Probleme zu suchen.

Abwechselnd hast du einen Punkt notiert, dann wieder ich, dann du …

 

M: Sie liebt mich, so wie ich bin

J: Ich werde (an guten Tagen) behandelt und angesehen, wie die intelligenteste, liebste und schönste Frau auf der ganzen Welt

M: Sie nimmt so viel auf sich, damit ich sehe, wie glücklich ich sein kann

J: Er bekocht mich

M: Sie ist immer (!) ehrlich zu mir

J: Er behandelt Kit und Fay, als wären es "unsere" zwei Gestörten und regt sich nicht über Haare auf oder findet sie widerlich, wenn sie scheißen& furzen.

M: Ich erlebe Dinge, die ich alleine nie machen würde (Verweis: Faulheit)

J: Ich darf in "seinem Zimmer" sein und seine alten Schuhe wegwerfen usw.

M: Sie erregt mich sexuell mehr als jede andere

J: Der Sex ist phänomenal (1. Orgasmus beim Sex! "Iiiiich habe Feuer gemacht!"

M: Sie kann verzeihen und ihren Stolz zurückstecken

J: Kaum bis kein Schamgefühl

M: Sie ist eigenständig, bodenständig und braucht mich nicht, um sich im Leben zurecht zu finden

J: Er ist selbstreflektierter als jeder andere, den ich kenne und in der Lage, Fehler einzusehen und sich zu entschuldigen

M: Ich werde IMMER glücklicher MIT ihr sein als ohne sie

J: Er ist genauso unkonventionell wie ich und fährt mit mir kurz vor Mitternacht zur Tankstelle, um Wodka zu kaufen

M: Sie hat Zugang zum Giftschrank … hahaha

J: Er geht, so gut wie möglich, auf meine Wünsche ein

J: Bezugnehmend auf M's Punkt 8: Wir denken sehr oft das Selbe

J: Wir haben zu 100% den selben Humor

J: Er mag meine Fam und umgekehrt

J: Er denkt oft an Kleinigkeiten (Salzstangerl, Notizblock, &hellip

J: Ich weiß, er würde mir das letzte Hemd lassen

M: Sie ist nicht heikel

J: Höchst dramatisch ausgedrückt: Meinetwegen kämpft er oft mit den Dämonen seiner Persönlichkeit

J: Er ist kein Arschkriecher und sagt, was er sich denkt

J: Er kann verlieren

J: Er wärmt mich, wenn's kalt ist

M: Sie ist ein Gesamtkunstwerk

 

Dein Punkt 8 macht mich sehr nachdenklich. Es ist einfach falsch, was wir da tun oder sehr viel mehr NICHT MEHR tun. Falsch.Falsch.Falsch.

bipolar disorder- f*ck you!

27.11.15 22:09


Brief_16 Der Tag danach ...

27.11.2015, 19:54

 

Hey du,

 

der Dienst war wieder mal Wahnsinn. Meine Füße tun weh und die Kopfschmerzen sind nur deswegen leichter, weil ich am Nachmittag ein Mexalen genommen hab. Hab heut wieder mal einen Fehler entdeckt, den diese bescheuerte Oberärztin gemacht hab. Bin mit der Patientenmappe zu ihr hin und hab sie ganz höflich gefragt, ob es vielleicht sein kann, dass sie sich da unabsichtlich verschrieben hat. "Ups, aja, danke, sehr aufmerksam." Man muss echt jeden Dienst froh sein, wenn sie nicht "unabsichtlich" einen umgebracht hat … "ups … aja".

Heut früh hab ich von meinem etwas verstörenden Besuch gestern Abend erzählt. (siehe letzter Brief) Zuerst weit aufgerissene Augen und ungläubige "Waaas?", "Sie hat waaaas?"- Rufe. Und dann haben alle so gebrüllt vor Lachen! Das konnte ich mir den ganzen Tag anhören. "Ah, ich hab solche Rückenschmerzen. Naja, das Privileg einer gratis Ganzkörpermassage hat halt nur unsere Joanna. Die ist noch jung und knackig." "Wieso hab ich heute solche Schmerzen in der Halswirbelsäule? Achso, Juli war ja gestern voll und ganz mit Joanna beschäftigt, da war für mich keine Zeit mehr." … Aber pass auf: Das Beste hab ich dir ja noch gar nicht erzählt: Juli hat heute Mittag unsere Vorgesetzte (!) auf ihrem Privathandy (!) angerufen und sie gefragt, ob es mir eh gut geht. Gut, Ina ist keine herkömmliche Chefin, aber trotzdem! Ina wusste zu dem Zeitpunkt schon von der Massage gestern und hat natürlich nachgefragt: "Ja, es geht ihr eh gut. Wieso fragst du?" Juli hat daraufhin gesagt "Nana, nur so." Aber Michael- sie ruft meine CHEFIN an, ob es mir gut geht?! Bloß weil ich nicht gleich zurückgeschrieben hatte. Juli hatte sich auf Whats App nach meinem Befinden erkundigt, hab ich dann gesehen. Sie ist so ein Freak! Und/ oder sie steht wirklich auf mich. Ich vermute beides.

Jedenfalls hat sie meine HWS& LWS dermaßen aufgewühlt, dass ich heute ziemlich starke Schmerzen hatte. Hab ich Juli aber nicht geschrieben. Sie soll sich nicht schlecht fühlen deswegen. Ist schon schlimm genug, wenn sie tatsächlich irgendwelche (sexuellen) Fantasien mit mir hat und die nicht ausleben kann …  Alle, die heute da waren, kennen Juli und die meinten auch, dass das definitiv etwas zu bedeuten hat. Was auch immer …

Und was ist mit dir und deinen Fantasien? Machst du es dir immer noch auf mich selbst oder schaust du wieder nur noch Porno- Clips? Ich fand's super, wenn wir die Nacht getrennt verbringen mussten und du hast an mich gedacht, wenn du's dir selbst gemacht hast. Der Gedanke, dass ich schon ersetzt wurde, gefällt mir überhaupt nicht. Weißt du, du könntest auch einfach mal anrufen … aaaah! Du machst mich wahnsinnig!

27.11.15 20:29


Brief_15 Die Spontanmassage von IHR

26.11.2015, 20:37

 

Michaeeel,

 

komme gerade aus der Dusche. Dort hab ich mir etwa 250ml Babyöl vom Körper gewaschen.

Heute Nachmittag schrieb mir meine Arbeitskollegin Juli, ob ich Zeit hätte. Ich sagte ihr, dass ich gleich Nachhilfe gebe, aber ab 18 Uhr Zeit hätte und was sie denn wolle. Schreibt sie mir: "Ich komm und massier dich." Juli ist Juli, also denke ich mir nichts dabei. Jeder weiß, dass ich immer Rückenschmerzen habe wegen verschobener Wirbel usw. und sie ist nun mal … immer für eine Überraschung gut. Ihr Mann ist Masseur, ich liebe es, massiert zu werden, also was solls …

Kurz nach 18 Uhr war sie hier. Um 20 Uhr verließ sie meine Wohnung. Und jetzt bin ich mir ehrlich gesagt nicht mehr ganz sicher, WIE SEHR heterosexuell sie wirklich ist.

Hinweis 1 für eine ev. Bisexualität:

Juli ist sexuell generell sehr aufgeschlossen. Das weiß ich, weil ich sie und ihre Geschichten seit Jahren kenne.

Hinweis 2:

Kaum war sie in der Wohnung, packte sie eine kleine Flasche Sekt aus. "Oh, was feiern wir denn?" "Ach nichts, du sollst dann nur entspannt sein."

Hinweis 3:

Jede ihrer Berührungen war sehr … "intensiv". Ich wurde schon oft professionell, als auch unprofessionell massiert und ich denke, ich merke schon einen Unterschied, ob man vom Massierenden "gemocht" wird.

Hinweis 4:

"Hose runter". Es wurde eine Ganzkörpermassage. Und meine Hotpants, die ich mir davor noch schnell anzog, hat sie mir wieder ausgezogen, als ich auf dem Bauch lag. "So geht das nicht gescheit."

Hinweis 5:

Ich hätte 75% der Zeit meinen BH tragen können, da sie dort gerade nicht massiert hat. Da ich nie wusste, was sie als nächstes macht, habe ich ihn mir natürlich nicht angezogen. Und sie hat auch nicht gesagt, dass ich das eigentlich könnte.

Hinweis 6:

Beim Gehen blieb sie noch kurz im Vorzimmer stehen und sah sich die Fotos an. Dann nahm sie eines von dir und mir gemeinsam und seufzte (meines Erachtens gespielt) bedauernd. "Jaja".

Hinweis 7:

Dann sagte sie: "Ich bin ja auf die Idee gekommen, weil ich geträumt habe, dich zu massieren. Und ich dachte, wenn ich es träume, sollte ich es auch machen." Ich: "Naja, solange du nicht träumst, dass du mich abstichst, ist es ja okay." Sie: "Oh, ich dachte, du sagst etwas anderes."

Hinweis 8:

Zum Abschied nahm sie meinen Kopf, drückte ihn leicht nach vorne und küsste mich auf die Stirn. "So, das war dein Gutenacht- Kuss".

Hinweis 9:

Ich spürte, dass sie ein Problem damit hatte, zu gehen.

Hinweis 10:

Jedes Mal, wenn ich die Augen aufgemacht hab während der Massage, hat sie mir gerade ins Gesicht gesehen.

 

Schau, es ist mir ja egal. Also es KANN mir egal sein. Ich bin einfach nur so überrascht! So richtig, richtig überrascht! Ich habe meine Ausprobierphase mit Frauen schon hinter mir, Juli vielleicht nicht. In den Vierzigern soll's bei Frauen ja sexuell rundgehen. Oder zumindest hormonell. Vielleicht … na was weiß ich.

Möglicherweise bin ich sexuell auch schon dermaßen ausgehungert, (fast 5 Wochen!) dass ich Signale falsch deute. Glaub ich aber nicht. Glaub ich wirklich nicht. Juli mag mich und ich weiß es. Natürlich hab ich die ganze Zeit auf naive Joanna gemacht, die die veränderte Stimmung zwischen uns gar nicht wahrnimmt.

Und weißt du, was wirklich witzig ist? Sam ist gerade mit ihrer neuen Arbeitskollegin in Kärnten auf Urlaub. Und zwar mit der, die letztens  bei der Teamsitzung ihre Hand auf Sams Oberschenkel gelegt hat …

 

Verdammt. Sexuelle Spannung zwischen dir und mir wär mir viel lieber!

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich dich vermisse?

26.11.15 21:25


Brief_14 So werde ICH sicher nie …

26.11.2015, 00:31

 

Hey mein Großer,

 

heute war der mit Abstand schlimmste Tag von allen, seit wir uns getrennt haben. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass es nochmal bergab gehen kann gefühlsmäßig, hätte ich die Tage der Emotionslosigkeit, die, an denen ich nur geheult hab oder die, an denen ich sauer auf dich war, besser zu schätzen gewusst. Hanna hat mich nur kurz angesehen und dann gesagt : "Mittwoch, hm?" Sie weiß ja, dass das dein freier Tag ist. Ich brauchte gar nichts zu sagen. "Vielleicht will er dich ja anrufen und fragen, wie es dir geht. Aber viel mehr noch wird er abschließen wollen. Tut mir leid, wenn ich dir das jetzt so sage." Ich bin wirklich froh, dass sie den Nachsatz "Und das solltest du auch tun.", hinunter geschluckt hat. Ist ja nicht so, als ob ich das nicht selbst wüsste …

Ich hätte einfach nie gedacht, dass ICH einmal "die" bin. Jahrelang hab ich nichts anderes gemacht, als mich vor all diesem Liebes- Schnulzen- Verliebtheits- lass-uns-doch-Hand-in-Hand-spazieren-gehen- Scheiß zu drücken. Ich hab es nicht gebraucht. Und ich wollte es nicht. Jedes Mal, wenn Frauen rumsaßen wie kleine Mädchen und sich wegen irgendeinem Idioten die Augen ausgeheult haben, dachte ich mir: "Gott sei Dank bin ICH nicht so." Ich hielt diese Frauen für schwach und abhängig. Vor allem, wenn sie mit Vorsatz belogen und betrogen wurden und dennoch bereit waren, zu verzeihen. Das war mir einfach unverständlich. Das Ausmaß, wie sehr man fühlen kann, wie tief Liebe gehen kann, habe ich nie begriffen. Jetzt weiß ich, dass das auch erst möglich ist, wenn man selbst einmal geliebt hat. Ich frage mich nur immer wieder, warum ich gerade bei dir "aufgemacht" hab, warum gerade du meine Mauer zum Einsturz gebracht hast. Ein Typ, der noch viel, viel, viel verkorkster ist, als ich selbst. Nochmal ganz anders verkorkst. Mit sich selbst nicht im Reinen und gerade auch in Beziehungsdingen sehr schwierig. Nicht einem einzigen Mann davor hab ich auch nur die Chance gegeben, mich richtig kennen zu lernen. Immer schön auf Abstand gehalten. Und gerade dir musste ich, gleich, als ich dich das erste Mal sah, verfallen. Wäre das nicht passiert, hätten wir jetzt die schönste, harmonischste und befriedigendste "Freundschaft plus"- Beziehung auf der ganzen Welt. Aber nein, ich musste ja mein Gehirn gleich dem Kellner mitgeben, der mir bei unserem ersten Date den Toast gebracht hat. Und anfangen, dich zu lieben. Zum ersten Mal in meinem Leben wollte ich jemanden um mich haben und zu mir, in mein eigentlich erfülltes Leben, holen. Witzig. Anfangs, wenn ich in der Arbeit erzählt habe, dass wir "wieder mal eine kleine Krise" hatten, hieß es immer gleich "Was hast du schon wieder gemacht, Joanna? War's schon wieder zu viel?" Irgendwann hatte dann auch der Letzte begriffen, dass das Hauptproblem diesmal wirklich nicht ich bin. Sondern dein kleines, grünes, bipolares Alien.

Die Mama hat heute gesagt: "Aber er liebt dich ja. Ich weiß, dass er dich liebt. JEDER weiß, dass er dich liebt. Er kann es einfach nicht." Das ist an sich nichts Neues. Aber eben genau der Punkt. Wenn ich genau das nicht so gut wüsste, würde ich nicht hier sitzen und dir schreiben. Weil ich genau deswegen nicht "aufhören" kann.

Was auch immer passiert: Ich bin froh, dass du der erste warst, zu dem ich je "Ich liebe dich" gesagt habe. Lange nach dir zwar, weil das nun mal keine meiner Stärken ist, aber dafür zu 100% ernst gemeint.  Ich habe es dir genau 3x gesagt. Und an diese Male werde ich mich auch noch in vielen, vielen Jahren sehr gut erinnern.

26.11.15 01:47


Brief_13 Die Welt dreht sich. Und ich steh still.

25.11.2015, 11:06

 

 Michael,

 

seit einigen Tagen überlege ich, ob nicht doch noch einen Versuch starten sollte, ein Buch zu schreiben. Es juckt mich schwer, vor allem da ich zur Zeit ein wirklich starkes, nicht zu ignorierendes Bedürfnis nach Veränderung spüre. Du weißt, wie sehr ich Stagnation hasse und momentan könnte neben diesem Wort im Duden ein Foto von mir abgebildet sein. Ich arbeite seit über 11 Jahren im selben Krankenhaus, wohne seit 16 Jahren in dieser Stadt. Immer tue ich alles Mögliche dafür, nicht "stehen zu bleiben". Über die Jahre hab ich unglaublich viele Menschen kennen gelernt, neue Sachen ausprobiert, in meiner Wohnung steht selten etwas sehr lange am selben Platz. Aber egal, was ich derzeit mache, diese Stimme in mir, die nach Veränderung schreit, wird nicht leiser. Auch vor deiner Zeit gab es so viele Hochs und Tiefs im privaten Bereich, dass einfach immer "etwas los war". Egal, ob gut oder schlecht, ich hatte zu tun. Ich war gefordert und die Zeit, mein Leben in Frage zu stellen, war einfach gar nicht da.

Ich habe so eine Angst davor, niemals den nötigen Mut oder die nötige Motivation aufzubringen, etwas zu ändern. Ständig fange ich irgendetwas an und bringe es nicht zu Ende. Momentan fühlt es sich so an, als wäre die Welt der Wiener Prater: Getümmel, Achterbahnen, Stimmengewirr, … und ich steh mittendrin und schau zu. Was nicht stimmt. Das weiß ich. Vicky mit ihren 2 Kindern sagt jedes Mal, wenn wir uns treffen: "Mann, bei dir tut sich immer so viel." Das ändert aber nichts an meinem GEFÜHL.

Also geh ich es vielleicht nochmal an mit dem Buch. Ich wollte immer schreiben, ich schreibe immer irgendwas und vermutlich werde ich immer schreiben. Und wenn' s niemanden interessiert, muss ich eben was anderes versuchen. Aber allein daran zu schreiben, wird sich gut anfühlen. So als ob ich endlich das täte, was ich immer wollte.

Wie viele Kapitel werden es diesmal werden, bevor mein Interesse wieder nachlässt und ich plötzlich ganz dringend einen Griechisch- Kurs anfangen muss? Oder mit Fliegenfischen?

25.11.15 11:40


Brief_12 Und täglich grüßt das Murmeltier ...

24.11.2015, 19:45

 

Hi,

 

wieder mal 12 Stunden im Krankenhaus verbracht. Der Dienst war saumühsam. Heftige und laute Diskussionen mit der neuen Oberärztin inklusive. Die hat echt dermaßen ein Rad ab! Ich geh jetzt gar nicht näher darauf ein, denn ich werd innerlich noch immer so aggressiv, wenn ich nur daran DENKE! Wenigstens hatten ein paar Schaulustige ( Patienten, Kollegen, ...  ) eine kleine Gratisvorstellung.

Weißt du, was wirklich paradox ist? Wenn ich dir schreibe, lenkt es mich von dir ab. Ich bin viel trauriger, wenn ich an dich denke und nichts dabei mache. Was momentan so gut wie gar nicht vorkommt. Wenn ich alleine zu Hause bin, schreibe ich entweder Unterlagen für Hanna oder für Elise. Oder ich wasche ab, putze irgendwas, zupf mir die Augenbrauen, … Hauptsächlich sind das Aufstehen und das Einschlafen problematisch. In der Früh, wenn ich keine Termine hab oder nichts vorbereiten muss, weiß ich nicht, wozu ich überhaupt aufstehen soll. Und liege ich abends im Bett, fällt es mir schwer, meinen Kopf abzuschalten. Die Gedanken drehen sich immer wieder im Kreis. Ich denke an das Schöne und Gute zwischen uns, an bestimmte Momente, ans Ende, an "hätte", "könnte", "wäre". Ich denke: "Er wollte es nicht." und zwei Minuten später: "Er kann es nicht ohne meiner Hilfe". Und dann wieder daran, wie es zu Ende ging. Und so geht das dahin. Die Zeit verfliegt. In genau einem Monat ist Weihnachten. Und wir werden nicht zusammen sein. Kein Geschenk, über das ich mich riesig freue, wenn ich es für dich einpacke und mir dabei deinen Gesichtsausdruck vorstelle, wenn du es in den Händen hältst.

Und mich würde so sehr interessieren, wie es dir geht. Was du grade machst. Morgen ist dein freier Tag. Wie wirst du den verbringen? Wie denkst du über uns?

Gott, es ist immer dasselbe Geschreibsel und mittlerweile nerve ich mich selbst damit. Du bist bipolar, hast massive Selbstzweifel und wirst dir niemals helfen lassen, auch nicht für mich bzw. für uns. Und ich werde meinen Katzen am 24.12. die teuren Kaustangen kaufen. Merry Christmas.

Punkt. Ende. Aus.

Was für ein Scheißtag!

24.11.15 20:43


Brief_11 Glückwunsch zum Jubiläum!

23.11.2015, 17:27

 

Hey Michael,

 

wie du siehst, hat mich gestern doch nicht der frühzeitige Tod ereilt. Zumindest das ist erfreulich. Die Nachhilfe mit Elise war mühsam. Die Parallelen zwischen ihr und mir als Zwölfjähriger sind gruselig. Allerhöchsten Respekt meinen Eltern. Ich hätte mich zur Adoption freigegeben! Ich hoffe, die zwei Stunden heute haben zumindest ausgereicht, dass Elise die Unit Revision am Mittwoch nicht vergeigt.

In 1,5 Stunden hab ich Dienstbesprechung, was mich schwer ankotzt. Vor allem, da Alice und ich ja für unser Scheiß- PC- Doku- Programm verantwortlich sind und schon wieder einiges nicht gepasst hat. Also wollte unsere Chefin, dass wir all die Fehler, die vom Personal gemacht wurden, zusammenschreiben und heute bei der Besprechung vortragen. Da werden wieder alle begeistert sein!

Seit letzter Woche macht Hanna Hundetraining mit Mama' s Cupcake. Heute sollte ich mitfahren und "den Gast" spielen, der nicht stürmisch begrüßt werden darf. Durfte also bei Novembertemperaturen vor der Tür stehen, anläuten, kurz reinkommen, dann wieder rausgehen, anläuten, … Cupcake ist echt ziemlich lernfähig. War sehr überrascht, wie viele Fortschritte sie seit dem letzten Mal gemacht hat. V.a. da englische Bulldoggen ja sehr zur Sturheit neigen. Aber da sie erst 7 Monate jung ist, funktioniert das mit der Erziehung noch relativ gut. Auch wenn für "Welpentraining" spät angefangen wurde. Hanna meint, 3 Monate später und das alles würde 10x länger dauern, weil Cupcake dann schon pubertiert.

Wie auch immer. Ich hab Gast gespielt, dafür hat mir die Mama dann die Haare gefärbt. Was du die letzten Monate immer übernommen hattest …

'Das Haus am See' zu schauen, hat mir gestern übrigens nicht gut getan. Zum Schluss hätte ich fast geheult. Was wirklich lächerlich ist.

Jakob hat mir heute geschrieben, ob wir die Zeit zwischen seinem 15Uhr- Dienst und der Besprechung um sieben zusammen verbringen. "Fährst dann mit mir ins G3?" Hatte aber Gott sei Dank Elise als Ausrede. Jetzt bin ich mir jedenfalls sicher, dass er das mit uns beiden weiß …

Gestern vor einem Monat bist du ausgezogen. Jubilääääum! Herzlichen Glückwunsch!

23.11.15 17:55


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